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Corona im Einzelhandel

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Im Lebensmitteleinzelhandel gelten wir jetzt als ‘systemrelevant’. Diese Wertschätzung hätten wir uns zwar ehrlich gesagt anders gewünscht, aber wir geben jeden Tag unser Bestes um die Sicherheit für Kunden und MitarbeiterInnen hoch zu fahren.
Mit kreativen Lösungen, jeder Menge Improvistaion und unendlichen ‘Erklärungsversuchen’ gelingt es uns den Anforderungen gerecht zu werden. Einfach ist das nicht.

Sicherheitsmaßnahmen im Laden

Wir bieten auf ca. 400 qm Bio Lebensmittel an. Unsere Kernkompetenz liegt im Frischebereich: Obst und Gemüse, Kühlprodukte, Backwaren, Käse- und Wursttheke. Unsere Kunden schätzen kompetente Beratung, hohe Qualität und ein umfassendes Sortiment, das neben dem Genannten den täglichen Bedarf komplett abdeckt. Wir sind unseren Kunden nah – aber jetzt heißt es ‘Abstand halten’.
Bodenmarkierungen alleine reichen nicht aus. Gewohnheitsmäßig werden diese regelmäßig überschritten um die gewünschte Ware näher in Augenschein nehmen zu können. Alte Gewohnheiten legt man nicht von heute auf morgen ab. Deshalb haben wir vor der Theke und auch vor den Kassen relativ unschöne Kistenaufbauten als Platzhalter platziert, um den Abstand von 1,50 Metern zwischen den Menschen einzuhalten. Auf die Theken wurden zusätzliche Plexiglas Wände platziert – die Ware kann in relativ schmalen Zwischenräumen abgelegt und ‘abgeholt’ werden.
Auch an der Kasse spielen wir dieses Spiel: Die Kunden packen ihre Ware in Körbchen die wir dann hinter die aufgebauten Plexiglastrennwände ziehen, einscannen und abwiegen und dann auf der anderen Seite wieder durchschieben. Bargeld wird in gleichem Stil ‘kontaktlos’ in Schälchen übergeben. Mit der Karte kann man natürlich ebenfalls kontaktlos bezahlen. Zum Unterschreiben fordern wir unsere Kunden auf die ‘Ecke’ der Karte als Stift zu verwenden. Das funktioniert auf den Thermopapier-Bons gut und der Kunde muss keinen unserer Stifte anfassen.
Alles was dennoch häufig angefasst wird, z.B. die Einkaufswägen, desinfizieren wir regelmäßig. Außerdem steht unseren KundInnen natürlich überall Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Weniger Menschen – mehr Abstand

Damit der Abstand im Laden eingehalten werden kann lassen wir nur eine begrenzte Anzahl KundInnen gleichzeitig herein. Wir stellen einen abgezählte Anzahl Einkaufswägen und Körbe zur Verfügung. Ist grad nichts mehr da warten die Kunden vor dem Laden. Das funktioniert inzwischen auch wirklich gut – bis dahin war aber beharrliche verbale ‘Überzeugungsarbeit’ notwendig. Tafeln und Info-Aushänge alleine reichten nicht aus, denn auch hier lassen sich Gewohnheiten nun mal nicht so schnell ändern.
Wir haben aber zum Glück SUPER Kunden die alle diese Unwegsamkeiten mit uns mitmachen – und unser Engagement zu schätzen wissen. Darüber sind wir wirklich glücklich.
Denn uns ist natürlich auch die Sicherheit unserer MitarbeiterInnen total wichtig. Schließlich kommen sie jeden Tag mit einer Vielzahl an Menschen zusammen und sind damit einem vergleichsweise viel höherem Risiko ausgesetzt.

Masken – egal welche

Wir hätten uns ehrlichgesagt die Maskenpflicht gewünscht. Auch wenn sie den Träger selber nicht schützen ist der Schutz aller anderen höher. Unsere MitareiterInnen tragen im Laden alle Masken – außer hinter den Plexiglasscheiben. Das Arbeiten mit den Masken ist wirklich wahnsinnig anstrengend. Man kriegt schlechter Luft, Brillen laufen an, man muss regelrecht schreiben damit der Kunde einen versteht. Da das Arbeiten hinter den Scheiben den Abstand auf alle Fälle sichert, und die Scheiben natürlich Schutz bieten finden wir das in Ordnung. Maximale Hygiene vor allem an der Theke ist für uns sowieso selbstverständlich. Da war auch schon vor Corona so.
Wir bitten unsere Kunden ebenfalls Masken zu verwenden. Wir können auch in kleineren Mengen genähte Masken hier vor Ort beziehen und zum Selbstkostenpreis den Kunden anbieten.

Rückschritt beim Verpackungsparen

Wir haben in den letzten Jahren richtig tolle Fortschritte gemacht um unnötige Verpackung zu sparen. An den Frischetheken packen wir auch in mitgebrachte Dosen, wir verwenden ausschließlich Pfandgläser statt Plastikdosen für z.B. Fleischsalat, und auch im Obst und Gemüsebereich gab es so gut wie keinen abgepackten Produkte. Das ist jetzt natürlich alles anders.
Mitgebrachte Dosen und Brottüten können wir nicht mehr annehmen. Pfandgläser geben wir nach wir vor heraus befüllen aber keine mitgebrachten Gläser. Die Beliebtheit von foliertem Eisbergsalat Karotten in der Tüte und Kartoffelsäcken ist enorm gestiegen. Das ist natürlich echt schade – aber wir wüssten keine Alternative.

Essen ToGo

Wir fangen nun auch wieder an zu kochen. Natürlich nur ToGo. Auch hier können wir keinen mitgebrachen Behälter mehr annehmen sondern müssen auf Einwegverpackungen zurückgreifen. Immerhin gibt es inzwischen Papierbehälter die mit einer Wachsschicht beschichtet sind, und im Altpapier entsorgt werden können.

Praxislösungen gibt es auch vor Ort

Alle diese Maßnahmen werden nur temporär sein – das ist das wirklich Beruhigende daran. Wir brauchen keine schicken – marketing tauglichen Plexiglasaufbauten, Bodenmarkierungen, Desinfektionsspender oder Masken. Es muss nur einfach funktionieren. Eine Plexiglasscheibe kann einfach mit zwei Führungsschienen auf jedem Kassentische montiert werden. Der Schreiner vor Ort kann die erste Anlaufstelle sein. In Bad Aibling kann Werbetechnik Gregor Gärtner so einen Schutz aufbauen. Desinfektionsmittel können einfach in Sprühflaschen aufgestellt werden. Die Apotheken vor Ort mischen Desinfektionsmittel wenn im Handel nichts mehr vorrätig ist. Masken werden inzwischen in Bad Aibling von der Trachteria und auch von der Änderungsschneiderei Nonna hergestellt. Das sind natürlich keine medizinischen Masken aber bieten dennoch Schutz für den Gegenüber. Eine gute Idee solche Masken auch im Laden anzubieten.
Gute Ideen und Lösungen muss man gar nicht aufwendig im Internet suchen. Die Problemlöser sind hier bei uns vor Ort. Das tolle ist ja , dass die Oberhachinger und eben auch die Aiblinger untereinander enorm bemüht sind sich gegenseitig zu unterstützen. Und das geht eben auch bei der Anschaffung der Lösungen die wir nun in den Läden brauchen um dann ab dem 27.04 wieder öffnen zu können.

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