Ihre Fragen an mich

Wie stehen Sie zum Brenner-Nordzulauf?

Wie stehen Sie zum Brenner-Nordzulauf? Vor allem in Bezug auf die geplanten Trassen am Rande von Bad Aibling.

Jetzt wird es ganz schwierig! Denn natürlich habe ich überhaupt kein Interesse daran, diese Trasse bei uns vor der Haustür zu haben.
Ich bin aber auch überzeugt davon, dass wir eine Verkehrswende brauchen, und die Schiene ist das Rückgrat der Verkehrswende.
Damit die Verkehrswende gelingt, brauchen wir einen umfangreichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs; außerdem müssen die notwendigen LKW-Transporte, wo es geht, auf die Schiene verlagert werden.

Stand heute: Güterverkehr über die Alpen

Dank Just-in-time-Lieferung findet derzeit eine regelrechte Lagerhaltung auf unseren Straßen statt. Ca. 30% des LKW-Verkehrs fährt leer durch die Gegend! Das muss sich ändern. Mit einer Alpentransitbörse, die den Warenverkehr über den gesamten Alpenraum regelt, werden überflüssige Transporte minimiert.

Wachstum hat seine Grenzen

Derzeit wird im Rahmen der Planung für den Brenner-Nordzulauf ein linear ansteigender Güterverkehr angenommen. Das halte ich für fragwürdig. Schon der “Club of Rome” hat in seiner Studie von 1972 dargelegt, dass das Wachstum spätestens in diesem Jahrhundert seinen Zenit erreicht haben wird. [lesen Sie hier]
Wir können so nicht weitermachen. Wachstum hat seine Grenzen. Deshalb muss für die Planung ein realistisches Szenario, das auch die neue Seidenstraße (Verbindung Mittelasien und Europa) berücksichtigt, zu Grunde gelegt werden. Ansonsten steuern wir auf ein nächstes Stuttgart 21 hin – und das auf Kosten der Umwelt und auf Kosten der Menschen, die hier leben.

Verkehr auf die Schiene

Der zumindest erklärte Wunsch der derzeitigen Regierung ist es, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Davon ist aber aktuell nichts zu erkennen! Denn das erreicht man nicht, wenn man zeitgleich auch die A8 ausbauen will und damit wieder den Straßenverkehr unterstützt. Was wir brauchen, sind klare politische Maßnahmen, um den Verkehr auch wirklich auf die Schiene zu bringen.

Meine Forderung: Belastbare Bedarfsermittlung

Wir brauchen eine belastbare Bedarfsermittlung vor der Planung für eine Neubautrasse Brenner-Nordzulauf. Mindestens folgende Punkte müssen untersucht bzw. berücksichtigt werden:

  • Ertüchtigung und Ausbau der Bestandsstrecke (evtl. mit drittem Gleis) mit Lärmschutz, Tunneln und Brücken;
  • deutliche Verbesserung des ÖPNV in der Region;
  • belastbare Zahlen für notwendigen Alpen-Transitverkehr unter Berücksichtigung einer Alpentransitbörse;
  • die „Neue Seidenstraße“, die Güterströme von und nach Asien leitet und die nicht über den Brenner verläuft;
  • Notwendigkeit einer durchgängigen Hochgeschwindigkeit von 230 km/h, aus der große Kurvenradien und entsprechend große Bauwerke resultieren.

Erst, wenn so eine realistische Bedarfsermittlung und entsprechend belastbare Planungen vorliegen und dann das Ergebnis immer noch heißt: „Wir brauchen eine neue Trasse“, könnten wir (und ich) mit der Planung einer Neubautrasse mitgehen.

Bei dieser Planung wäre dann (neben vielen anderen Aspekten) aber insbesondere darauf zu achten, dass möglichst wenige Moorgebiete beeinträchtigt werden, denn austrocknende Moore sind wahre CO2-Schleudern. Außerdem muss der Verbrauch an Beton und Stahl auch aus Gründen des Klima- und Ressourcenschutzes nach Möglichkeit minimiert werden.

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