Forschungshäuser im B&O Gelände Bad Aibling

Bauen für die Zukunft geht nur miteinander

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Ein sparsamer Umgang mit Bodenflächen und großer Wohnungsdruck sind die Herausforderungen für die Siedlungsentwicklung – auch bei uns in Bad Aibling. Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie bringen wir Ökologie und Ökonomie im Bereich Bauen zusammen? Ich habe mich beim Baukulturtag in Kolbermoor über aktuelle Ideen und Vorschläge informiert. In diesem Blogartikel stelle ich davon die fünf wichtigsten Denkanstöße für das Bauen der Zukunft vor. 

Baukultur für eine enkeltaugliche Zukunft

Bauen ist viel mehr, als nur ein Haus zu errichten – die Art wie wir bauen, beeinflusst das Leben der künftigen Bewohner enorm. Diese Baukultur müssen wir zunehmend verändern, damit auch unsere Enkel noch ein gutes Leben führen können. Dabei stehen wichtige Fragen im Mittelpunkt: Wie kann Bauen auch auf dem Land entwickelt werden? Wo geht es mit der Baukultur hin – und was bedeutet das überhaupt? Und wie können die Menschen dabei einbezogen werden? 

Beim Baukulturtag 2019 der Quest AG im Spinnereigelände Kolbermoor wurden Projekte und Ideen vorgestellt, wie wir dies umsetzen können. Themen wie Nachhaltigkeit, Verantwortung für die Region, Einzelbedürfnisse und Gemeinwohl wurden in Vorträgen in Bezug auf Bauen und Siedlungsentwicklung behandelt. Ich bin begeistert mit welchen Ansätzen moderne Entwicklung gedacht werden kann. Am stärksten haben mich aber die folgenden fünf Denkanstöße für das Bauen der Zukunft beeindruckt. 

1. Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen

Am Anfang jeder Siedlungsentwicklung müssen die Bedürfnisse der Menschen stehen, denn das absolut Wichtigste beim Bauen sind die Menschen, die hier leben und arbeiten. Das Bedürfnis nach Rückzug, nach Gemeinschaft, nach guter Infrastruktur oder nach attraktiven grünen Aufenthaltsflächen – all dies muss ein gutes Wohnquartier berücksichtigen. Zu oft wurden Projekte auf dem Reißbrett völlig am Bedarf vorbei geplant. Ich finde, wir müssen daher vorher mit den Menschen ins Gespräch kommen, zuhören und gemeinsam den Bedarf genau erkennen. Darum möchte ich als Bürgermeisterin viel enger mit den Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeiten und mit neuen innovativen Beteiligungsprojekten die besten Lösungen für Bad Aibling finden.

2. Jede Lebenssituation braucht passenden Wohnraum

Wir brauchen Wohnquartiere, welche auch zu den vielfältigen Lebenssituationen der Menschen passen,  seien es Familien, Singles, Paare, Studenten oder Senioren. Und besonders wichtig: Wohnen muss leistbar sein, für alle! Die Gestaltung von neuem Wohnraum wurde in der Vergangenheit in meinen Augen viel zu einseitig gestaltet und war häufig nur für wenige Menschen bezahlbar. Das will ich in Bad Aibling ändern und mithelfen, ganz vielfältigen und bezahlbaren Wohnraum für alle Bedürfnisse zu schaffen. 

3. Moderne und Tradition schließen sich nicht aus 

Bayern hat einen ganz eigenen Charme und das gilt ganz besonders für unser Bad Aibling. Tradition ist mir sehr wichtig und dazu gehört auch unser historisch gewachsenes Stadtbild. Für mich kennzeichnet sich Bad Aibling durch eine Vielfalt an Gebäuden und Stilen. Wir haben wunderschöne alte Stadtvillen, ländlich geprägte Wohnsiedlungen mit Satteldach und Holzverschalung, moderne Holzhäuser und natürlich die Geschäftshäuser in der Innenstadt. Eine echte Vielfalt! Geprägt wird Aibling auch durch die vielen Wasserläufe, die Glonn, den Kanal und die Mangfall die durch die Stadt fließen, und natürlich auch unser Kurpark. Eingebettet liegen wir in einer wunderschönen moorgeprägten Voralpenlandschaft. Die künftige Siedlungsentwicklung, wie auch die notwendige Nachverdichtung, muss unserer Region also gerecht werden. Dazu braucht es Fingerspitzengefühl. Moderne und Tradition schließen sich für mich aber nicht aus! Historische Bauten wirken nie besser, als in einer zeitgemäßem ansprechenden Umgebung, die durch den Kontrast den alten Zeitgeist besonders in Szene setzt. Ich möchte, dass wir als Kommune unsere Gestaltungshoheit nutzen und mit guten visionären Planern gemeinsam unser Bad Aibling entwickeln.  

4. Weniger Flächen nutzen 

Die Bodenpreise auch bei uns in Bad Aibling steigen enorm – nur noch wenige Menschen können sich Baugrund leisten. Flächen werden immer knapper – und wir müssen sehr, sehr sorgsam damit umgehen. Das klassische Einfamilienhaus mit Garten – immer noch der Traum Vieler – ist häufig nicht mehr realisierbar. Darum müssen wir neue Wohnkonzepte entwickeln. Wenig charmante Wohnblöcke wie aus den 70ern will natürlich niemand! Da der Boden ein wesentlicher Faktor der Preisexplosion beim Wohnungsbau ist, gilt es den Spagat zu schließen zwischen effektiver Bodennutzung und attraktiven Wohnflächen. 

5. Mehr Technik ist nicht immer besser

Der Blick auf Nachhaltigkeit, Ressourceneinsatz und Flächenverbrauch stehen für mich auch bei der Siedlungsentwicklung im Fokus. Neue Wohngebiete müssen ihren Energie und Heizungsbedarf möglichst C02 frei decken können. Energetisch hochwertige Gebäude sind natürlich die Grundvoraussetzung. Aber mehr Technik ist nicht immer auch besser. Wir müssen den Einsatz von komplexen Techniksystemen, die sowohl einen hohen Wartungsbedarf haben, als auch störanfällig sind, zurückfahren. Auch den Materialeinsatz für die Hauswände müssen wir kritisch betrachten! Deshalb finde ich die drei Forschungshäuser im B&O Gelände so gut. Hier wird, in einem Projekt der TU München erforscht, welche Materialien die besten energetischen Eigenschaften haben – damit Bauen künftig wieder schlichter, und damit natürlich auch günstiger wird.

Baukultur für unser Bad Aibling von morgen

Wir haben vier Faktoren, die eine moderne Baukultur vereinen muss. Ökologie, Ökonomie, Soziologie und Optik. Konzepte, welche die ökologische, ökonomische und eben auch die soziologischen Aspekte befrieden und sich in unsere Gegend einpassen, sind aus meiner Sicht eine echte Zukunftsperspektive. Das Motto muss lauten: Nicht immer Mehr sondern Besser! Mensch und Zukunft immer im Fokus. So möchte ich die Zukunft von Bad Aibling gestalten – und ich bin sicher dass uns so eine enkeltaugliche Zukunft gelingt.

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